Chris Boettcher – Baby Boomer

Am Donnerstag, 16. April 2026, nahm Chris Boettcher seine Gäste im Konzertsaal der Musikschule mit in die Zeit der „Baby Boomer“. Mit seinen Hits über Essenbach wie „New York – Rio – Essenbach“ in dem Trio Rio eigentlich über Tokyo singt oder „Ohu – ich komm aus Dir“, dem bekannten Bochum-Hit von Herbert Grönemeyer sowie „Hinter Weih-michl geht’s weiter“ in Anlehnung an Udo Lindenberg, war die Begeisterung der Publikums sofort auf der Seite des Comedian.

Was folgte war ein herrlich abwechslungsreiches Programm aus humorvollen musikalischen Kompositionen mit urwitzigen Kabarett-Einlagen. Wie soll ein Künstler im dritten Lebensdrittel sein Programm am besten nennen? „Al-dente, aber noch nicht in Rente?“ war eine Idee. Chris Boettcher entschied sich dann doch für „Baby Boomer“. Aufgewachsen mit Bravo, Fuchsschwanz, Bundfaltenhosen und Sunkist, nahm er das Publikum immer wieder mit in die guten alten Zeiten von damals.

Nach einer kurzen, aber enorm lustigen Kennenlernrunde startete der Kabarettist ein Quiz über die 70er Jahre, welches die Gäste bravourös lösten. Die Herzblatt-Einlage lies in Erinnerungen schwelgen und die Ausschnitte der Verkehrssendung „Der 7. Sinn“ sorgten für jede Menge Lacher. Er imitierte bekannte Persönlichkeiten wie Edmund Stoiber, Markus Söder und Angela Merkel mit unglaublich viel Witz und Charme und bohrte in zahlreiche Klischees.

Nach einer kurzen Pause ließ er die Baby Boomer erneut aufblühen. Mit seinen persönlichen Erinnerungen an den ersten Kuss, den ersten Liebesbrief und den Sexualkundeunterricht vom damaligen Mathelehrer erntete er tosenden Applaus. Die lyrischen Tipps je nach Berufsstand für den Heiratsantrag in Versform und auch die musikalische Einlage über „Liegeradfahrer“ erfüllten den Konzertsaal mit ausgelassener Fröhlichkeit.

Seine Parodie über „Teenies in der Jogginghose“ in Anlehnung an die Tiersendungen von Bernhard Grzimek war unbeschreiblich, ebenso der hippe Auftritt als Nikolaus der Jugendszene. Selbstverständlich durften hier seine bekannten Hits über die „Pubertät“ und „10 Meter geh“ nicht fehlen. Erst nach drei Zugaben ging das Licht im Konzertsaal an und Chris Boettcher verabschiedete sich im Foyer noch persönlich von seinen Gästen.