Der Kabarettist Bruno Jonas gastierte am Samstagabend, 18. April 2026, mit seinem aktuellen Programm „Klappe halten“ in der ESKARA in Essenbach – und bot seinem Publikum einen ebenso pointierten wie nachdenklichen Abend.
Doch bevor das Programm richtig begann, sprach Bruno Jonas zuerst noch eine Triggerwarnung aus. „Gendersensible Ausdrücke“ werden in den kommenden zwei Stunden vermieden, „unterkomplexe Gedankenstrukturen“ werden schonungslos zum Ausdruck gebracht und das Programm gilt als CO²-frei, so die warnenden Worte. Im Folgenden nahm er mit seiner gewohnt scharfen Beobachtungsgabe politische Entwicklungen, gesellschaftliche Trends und menschliche Schwächen ins Visier. Dabei spannte er den Bogen von der großen Weltpolitik bis hin zu den kleinen Absurditäten des Alltags – stets mit feinem Gespür für Timing und überraschende Wendungen.
„Klappe halten“ hatte eine zweifache Bedeutung. Mit der wörtlichen Bedeutung, wie „hoids Mei“ auf bayerisch, spielte der Kabarettist darauf an, dass in der heutigen Zeit zwar viel geredet, aber oft wenig gesagt wird. Im übertragenen Sinne meinte er die „Klappe schlagen“ in der Filmwelt. Schließlich wurde ihm ja die Hauptrolle in einem Kinofilm angeboten, in dem er einen Chefredakteur mit zweifelhaften Charakter spielen sollte.
Jonas seziert Widersprüche mit intelligenter Sprachkunst und hintergründigem Humor. Immer wieder gelingt es ihm, das Publikum zum Lachen zu bringen – und im nächsten Moment zum Nachdenken anzuregen. Seine Mischung aus bissiger Satire und leisen, fast nachdenklichen Tönen bewies einmal mehr, dass Kabarett weit über bloße Unterhaltung hinausgehen kann. Es ist Analyse, Kritik und Einladung zum Perspektivwechsel zugleich oder wie er selbst sagt: „Kabarett ist, wenn man trotzdem denkt.“
Mit lyrischen Einlagen, wie etwa seinem Gedicht über das „Tunwort“ sowie der ein oder anderen musikalischen Darbietung präsentierte er seine Vielseitigkeit. Mit „Klappe halten“ hat Bruno Jonas erneut gezeigt, dass er zu den prägenden Stimmen des deutschen Kabaretts gehört. Ein Abend, der nicht nur amüsierte, sondern auch nachhaltig wirkte. Am Ende verließen die Besucher den Saal sichtlich gut unterhalten – und mit reichlich Gesprächsstoff im Gepäck.





